Geschichte und Entwicklung unserer Schule

 

Die Astrid-Lindgren-Schule, damals noch städtische Gemeinschafts-grundschule, Albrecht-Dürer-Allee, entstand 1974/1975 aus einer städteplanerischen Notsituation.

Nachdem die Gründung der Wohnparks Gutenbergstraße und später Otto-Hahn-Straße eine Fülle neuer Familien nach Bergheim zog, waren die bestehenden Schulen platzmäßig nicht in der Lage alle Kinder im Grundschulalter unterzubringen, so dass sieben Klassen der Grundschule am Ahornweg (heute Albert-Schweitzer-Schule) in den Keller der Hauptschule ausgelagert werden mussten. Die Klassenfrequenzen lagen damals bei mehr als 35 Kindern und die Leitung der Auslagerung hatte der damalige Konrektor. Innerhalb eines knappen Jahres wurde das Gebäude an der Albrecht-Dürer-Allee hochgezogen, und im August 1975 zogen alle Kinder in die zum Teil noch unfertige Schule ein.

 

 

Bei der Stadt war tatsächlich in der Euphorie über die vorbildliche Konzeption der Wohnparks, die damals sogar durch den damaligen Wohnungsbauminister Vogel eingeweiht wurden, „vergessen“ worden, Konsequenzen der Infrastruktur, so unter anderem die vorschulische und grundschulmäßige Versorgung der zugezogenen Kinder zu berücksichtigen. So mussten Kindergarten und Grundschule in kürzester Zeit geplant und errichtet werden. Der Kindergarten wurde am Dänischen Weg, in nächster Nähe zu den Wohnparks errichtet. Die Grundschule war zunächst für die Fläche zwischen Zieverich und Thorr geplant worden, wurde dann aber an der Albrecht-Dürer-Allee errichtet. Man glaubte wohl, aus dem damaligen Wohngebiet Süd-West nicht mehr mit vielen Zuzügen rechnen zu müssen, da einige der angefangenen Hochhäuser als Bauruinen stagnierten. Der damalige Landrat hatte es sich auf die Fahne geschrieben, durch Errichtung von vielen Hochhäusern mit günstigen Wohnungsmieten viele Arbeiter (speziell von Ford) nach Bergheim zu werben um dort die Kaufkraft zu stärken. Durch Kurzarbeit und allgemeinen Konjunktureinbruch blieben sowohl erhoffte Mieter aus, wie auch viele Baufirmen Konkurs anmelden mussten, so dass im Bereich Bergheim Süd-West, wie auch in Bergheim-Quadrath zahlreiche angefangene Bauten bis in die 80er Jahre still lagen.

Dann wurden Häuser fertig gestellt (unter anderem Berliner Ring 41 – 45) und boten viele Wohnungen zu günstigen Mietpreisen. Zusätzlich mietete die Stadt hier günstige Sozialwohnungen an.

 

Dadurch stiegen die Schülerzahlen unserer Schule so stark an, dass die dreizügig konzipierte Schule schnell vierzügig geführt werden musste. Zeitweise wurde sogar im Schichtunterricht gearbeitet, so dass sich zwei Klassen einen Klassenraum teilten. Auch Schülerbücherei, Aula und Keller wurden als Klassenräume genutzt.

Durch die veränderten Wohnumfeldbedingungen veränderte sich auch die Schülerschaft. Kamen zu Beginn der neuen Schule viele Kinder aus Familien mit hohem Mietpreisniveau, Einfamilienhäusern oder Eigentumswohnungen, so besuchten nun zunehmend mehr Kinder aus Familien mit geringerem Einkommen, von Sozialhilfeempfängern und von Migranten unsere Schule.

Diese Kinder brachten alle unterschiedliche Lernvoraussetzungen mit. Teilweise hatten sie schlimme Dinge erlebt und kamen aus Kriegsgebieten, teilweise mussten sie erst mühsam die deutsche Sprache erlernen um dem Unterricht folgen zu können. Oft kamen sie aus fremden Kulturkreisen und hatten große Übergangsschwierigkeiten.

 

 

Die Kinder, die heute unsere Schule besuchen sind fast alle in Deutschland geboren. Oft leben ihre Familien schon zwanzig Jahre und mehr in Bergheim. Doch haben mehr als 90 % unserer Schüler einen Migrationshintergrund und damit verbunden oft große sprachliche Defizite. Die unterschiedliche Herkunft der Kinder aus anderen Ländern und Kulturen hat sich zunehmend auch als Bereicherung erwiesen, da hier alle voneinander lernen konnten und können.

 

Durch Veränderung des Wohnumfelds der Schule im Rahmen des Stadtteilerneuerungsprogramms NRW und viele private Initiativen hat sich mittlerweile eine neue Kultur des Miteinanders gebildet. Heute kann man wohl davon sprechen, dass unsere Schule zunehmend als Ort der Begegnung von Kindern und Eltern wahrgenommen wird.